
Von wegen Viva Mexiko
Nach zwei schwierigen Rennen der FIA World Touring Car Championship (WTCC) in Mexiko liegt BMW in der Fahrer-WM weiterhin in Führung. Dirk Müller (Burbach) blieb beim erfolgreichen Übersee-Debüt der Serie zwar ohne Punkte, reist aber dennoch als Spitzenreiter nach Europa zurück.
Die Überseepremiere der Tourenwagen-WM fand vor den Toren der 2-Millionen-Metropole Puebla auf dem Autodromo Miguel E. Abed statt. Erst vergangene Woche wurde die 3,032 Kilometer lange Strecke von der FIA abgenommen. Bis zu ihrer Renovierung im vergangenen Jahr wurde auf der zwischen drei Vulkanen auf über 2.200 Meter über dem Meeresspiegel liegenden Strecke in Puebla nur auf einer Ovalstrecke gefahren. Der neu angelegte Straßenkurs im Infield ist die kürzeste Strecke im Kalender der WTCC und schlängelt sich mit insgesamt 14 Kurven zu einer mit neun Grad überhöhten Steilkurve, die direkt auf die fast 500 Meter lange Zielgerade führt. Da die Strecke abseits der Ideallinie null Grip bot, waren zahlreiche Ausrutscher in Qualifying und Rennen an der Tagesordnung.
In der 13. Runde des ersten Rennens rutschte Dirk Müller eingangs der Start-Ziel-Gerade von der Ideallinie und schlug mit dem Heck seines Autos in der Mauer ein. Vorsichtig fuhr er in die Box. Dort begannen die Mechaniker sofort mit der Reparatur des BMW 320i. Zum zweiten Rennen startete Dirk vom Ende der Startaufstellung, kämpfte sich bis auf Platz neun vor. Beim Versuch, Farfus zu überholen, kam er erneut von der Ideallinie ab und hatte Probleme, die Kontrolle über sein Auto zu behalten. Er fällt bis ans Ende des Feldes zurück, wird zum Schluß nur Siebzehnter. Ausbeute der beiden Rennen am Wochenende genau Null Punkte.
Mit 47 Punkten führt Dirk Müller die Fahrerwertung dennoch weiter an. Dahinter folgen nun Giovanardi mit 44 und Priaulx mit 41 Zählern. Bei den Herstellern liegen BMW und Alfa Romeo mit jeweils 129 Punkten auf der Spitzenposition. Auf Rang drei rangiert SEAT mit 98 Punkten.
Noch ärger erging es Dirks Markenkollegen Jörg Müller. Nach einem Trainingsunfall konnte der Schnitzer-Pilot erst gar nicht zum Rennen antreten. Im ersten Lauf des Tages sicherte sich Fabrizio Giovanardi (Alfa Romeo) vor seinem Markenkollegen Gabriele Tarquini und SEAT-Fahrer Rickard Rydell den Sieg. Garcia belegte den fünften Platz. Peter Terting (SEAT) gewann das zweite Rennen auf der 3,032 Kilometer langen Strecke, gefolgt von Garcia und Honda-Privatfahrer Roberto Colciago. Garcia freute sich über seinen dritten Podestplatz in dieser Saison.
Unmittelbar nach den Rennen in Mexiko begannen die Teams damit, ihre Ausrüstung wieder in Container zu verladen. Per Lkw und Schiff tritt der WTCC-Tross die über 10 000 Kilometer lange Heimreise nach Europa an. Am 30. Juli wird die Weltmeisterschaft mit den Läufen elf und zwölf in Spa-Francorchamps (Belgien) fortgesetzt.
Ergebnis Rennen 1: 1. Fabrizio Giovanardi (ITA/Alfa Romeo) 26:06,219 Minuten, 2. Gabriele Tarquini (ITA/Alfa Romeo) +2,172 Sekunden, 3. Rickard Rydell (SWE/SEAT) +11,525, 4. James Thompson (GBR, Alfa Romeo) +13,298, 5. Antonio Garcia (ESP/BMW 320i) +13,722, 6. Robert Huff (GBR/Chevrolet) +15,658, 7. Peter Terting (DEU/SEAT) +18,554, 8. Tom Coronel (NLD/SEAT) +21,880, ?13. Alessandro Zanardi (ITA/BMW 320i) +27,351, ?18. Dirk Müller (DEU, BMW 320i) +5 Runden - Nicht gewertet: Andy Priaulx (GBR/BMW 320i) - Nicht gestartet: Jörg Müller (DEU/BMW 320i)
Ergebnis Rennen 2: 1. Peter Terting (DEU/SEAT) 26:10,825 Minuten, 2. Antonio Garcia (ESP/BMW 320i) +0,693 Sekunden, 3. Roberto Colciago (ITA/Honda) +7,461, 4. Fabrizio Giovanardi (ITA/Alfa Romeo) +7,578, 5. James Thompson (GBR, Alfa Romeo) +11,621, 6. Tom Coronel (NLD/SEAT) +13,038, 7. Rickard Rydell (SWE/SEAT) +13,630, 8. Nicola Larini (ITA/Chevrolet) +17,091, 9. Andy Priaulx (GBR/BMW 320i) +17,543, ?17. Dirk Müller (DEU, BMW 320i) +30,788 - Ausgeschieden: Alessandro Zanardi (ITA/BMW 320i) - Nicht gestartet: Jörg Müller (DEU/BMW 320i)
Fahrerwertung nach 10 von 20 Rennen: 1. Dirk Müller 47 Punkte, 2. Fabrizio Giovanardi 44, 3. Andy Priaulx 41, 4. Antonio Garcia 39, 5. Gabriele Tarquini 38, 6. Rickard Rydell 32, 7. James Thompson 31, 8. Augusto Farfus jr. 29, 9. Jörg Müller 27, 10. Peter Terting 17, 11. Jordi Gené 12, 12. Jason Plato 10, 13. Roberto Colciago 9, 14. Alessandro Zanardi 6, 15. Tom Coronel 4, 16. Robert Huff 3, 17. Nicola Larini 1
Markenwertung nach 10 von 20 Rennen: 1. BMW 129, 2. Alfa Romeo 129, 3. SEAT 98, 4. Chevrolet 32, 5. Ford 2