
Ein Katapult namens Müller
„Diese Starts waren mein ganz großer Vorteil an diesem Wochenende“, so Dirk Müller in der FIA-Pressekonferenz in Oschersleben. „Von Platz sieben auf drei im zweiten Lauf nach vorne zu fahren, war einfach sensationell. Ich habe noch nie ein so gutes Auto gefahren, wie meinen Schnitzer-BMW heute. Das war kein Auto, das war eine Rakete."
Im ersten Lauf schoß Müller von seiner sechsten Startposition in einer gelungenen Mischung aus sensationeller Reaktionszeit und dem Vorteil des Hecktrieblers auf Rang drei nach vorne. In der Hotelkurve gab’s dann einen auf den Hintern: Ein SEAT-Konkurrent traf den Burbacher und zwang ihn in einen Drift. Nach ein paar Umläufen war Dirk Müller aber wieder dran, hangelte sich am Zweitplatzierten vorbei und schloß bis auf einen Abstand von weniger als einer Sekunde zu Markenkollege Priaulx auf, der den ersten Lauf gewann.
Im zweiten Umlauf setzte Dirk Müller noch einen drauf. Reglementbedingt musste der Zweitplatzierte des ersten Laufs von der siebten Position aus starten. Und wieder legte der Vizeweltmeister einen Traumstart hin. Müller schoß auf Platz drei nach vorne und platzierte dann 14 Runden lang einen Angriff nach dem anderen auf Alfa-Pilot Augusto Farfus. “Schade, dass der Alfa einen Höchstgeschwindigkeitsvorteil auf der Geraden hat. Unter den Voraussetzungen bin ich hier auf der winkligen Strecke nicht an Farfus vorbeigekommen“, erklärte Dirk Müller gegenüber dem paneuropäischen Sportsender Eurosport seinen dritten Platz im zweiten Lauf.
Der Gewinner des Wochenendes heißt aber trotz der Plätze zwei und drei Dirk Müller. Der BMW-Werkspilot holt die höchste Punkteausbeute aller Fahrer des Wochenendes und springt damit in der Meisterschaftstabelle auf Platz drei nach vorne. Mit 33 Punkten führen Titelverteidiger Andy Priaulx und Yvan Muller vor den ebenfalls punktgleichen Dirk Müller und Jamie Thompson, die nur einen Zähler zurückliegen. „Natürlich ist es toll Rennen zu gewinnen, aber genauso gut ist es, so viele Punkte einzufahren, wie es mir heute gelang und das war wichtig!“, strahlte Müller im Siegerinterview. – bbe