Frauenpower-Fiesta gerüstet für Dubai

Im langsam endenden Eifel-Sommer durfte der Ford Fiesta ST Cup des Teams ATM-Motorsport nach einer Generalüberholung zeigen, ob er für das 24h-Rennen in Dubai gut vorbereitet ist. Trotz einiger Kränkeleien war man am Ende des Testtages im Team zufrieden.
Von: AMC Hellertal Burbach


Außentemperatur 3°C, keine Sonnenstrahlen weit und breit und eine stete, eiskalte Brise weht um die Nase. Willkommen im November am Nürburgring! Unter diesen unwirklichen Bedingungen sollte der Ford Fiesta ST, der in diesem Jahr als „Frauenpower“-Auto des Teams ATM-Motorsport bei der VLN und beim 24h-Rennen unterwegs war, mit geändertem Setup einen letzten Test vor der Verschiffung nach Dubai erleben.

Nach der langen Saison wurde in den vergangenen Wochen fast jedes noch so kleine Einzelteil am Fiesta gewechselt, einzig die äußere Hülle zeigte noch die eine oder andere Kampfspur der abgelaufenen Saison. „Der Wagen ist ziemlich in die Knie gegangen und wir haben für Dubai härtere Hauptfedern eingebaut“, erläutert Chefmechaniker Peter Graf die gravierendsten Änderungen. Durch das agilere Fahrverhalten hatte Jana Meiswinkel alle Hände voll zu tun, den herumrutschenden Kleinrennwagen auf der eiskalten Strecke zu halten. „So oft ist mir noch nie der Arsch rumgekommen“, berichtet die Wilnsdorferin nach der ersten Ausfahrt. Diese war nicht nur fahrphysikalisch problembehaftet, wie die Reifen reagierte nämlich auch der Motor allergisch auf die Außentemperaturen und verweigerte letztendlich beinahe ganz den Dienst. Jutta Beisiegel riet dazu, den Kühlergrill ein Stück weit abzukleben, wodurch sich das Problem in Luft auflöste. Lediglich die alten Zündkerzen hatten von einer dicken Rußschicht überzogen bereits Feierabend.

Vor Ort war auch Klaus Ebbing, der das Auto beim 24h-Rennen in Dubai im Januar einsetzt. Anders als die Stammfahrerinnen verlor der Borkener jedoch in seiner zweiten Runde die Kontrolle über das Fahrzeug und grub sich im Kiesbett des Michael-Schumacher-S ein. Als das Fahrzeug wieder an der Box und von Kies befreit war, konnte Jutta Beisiegel sich hinter das Volant klemmen. Die Gäste, die an diesem Tag zu Taxifahrten eingeladen waren, avancierten auf dem „heißen Sitz“ neben der Pfälzerin zu lebensgroßen Kreiseln und jeder bekam zuschauerfeundlich einen schnellen 360°-Rundumblick auf die Grand-Prix-Strecke. Jutta Beisiegel nahm es jedoch mit viel Humor und fragte die einsteigenden Mitfahrer nur noch, in welcher Kurve sie sich denn gerne drehen würden.

Als schließlich alle Gäste in einem Stück wieder zurück zur Box gebracht waren, konnte man ein positives Fazit ziehen. Auch wenn man das Auto nun aus den Händen gibt, ist sich das Team ATM-Motorsport sicher, dass es die bestmögliche Vorbereitung auf die 24h von Dubai am 11./12. Januar 2008 getroffen hat. Auch hat man nach einer vollen Saison endlich die möglichen Ursachen für die Motoraussetzer, die sich durch die ganze Saison zogen, gefunden und aussortiert. Nachdem beim 8. Lauf zur VLN schmerzlich festgestellt werden musste, dass eine fehlerhafte Tankentlüftung für die Aussetzer verantwortlich war, wurde beim Abschlusstest am vergangenen Sonntag mit dem Drosselklappenpotentiometer der Übeltäter für die Aussetzer gefunden, die sich dennoch immer wieder kurzzeitig beim 9. und 10. Lauf bemerkbar machten.

In der kommenden Woche wird der Fiesta dann nach Rotterdam gebracht, wo er nach Dubai verschifft wird. Jana Meiswinkel wird dort als einzige Vertreterin des Teams ATM-Motorsport die „Frauenpower“ des Fiestas aufrechterhalten.

Fotos: Oliver Wegen
Text: Michael Bräutigam

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