Ich bin froh, wieder GT-Rennen zu fahren

Nach fünf Jahren im BMW-Tourenwagen wechselte Dirk Müller in die FIA-GT-Serie. Die Kollegen des Internet-Fachmagazins racing1.de führten ein Interview mit dem Burbacher Ferrari-Piloten, der mit dem AF-Corse-Team auf Anhieb den GT2-Titel holte.
Von: AMC Hellertal Burbach

racing1: Ihre Jahresbilanz fällt sicher positiv aus?
Müller: "Ich hatte eine super Saison. Es hat alles gepasst. Mit sechs Saisonsiegen – und das trotz oft hohem Handycapgewichtes – haben mein Partner Toni Vilander und ich den Titel geholt. Ich habe meine Rückkehr zu den Sportwagen nicht bereut. Ich komme ja ursprünglich aus der Porsche-Schule. Ich bin froh, wieder im GT-Sportwagen zu sitzen."

racing1: Sie haben mit Gianmaria Bruni und Stephane Ortelli zwei Teamkollegen geschlagen, die über Formel-1-Erfahrung verfügen, beziehungsweise schon in Le Mans gewonnen haben. Macht Sie das stolz?
Müller: "Das bedeutet mir schon sehr viel. Bruni und ich waren meistens die Schnellsten im Team und haben fast immer im Qualifying um die Pole-Position gekämpft. Wenn man dann vorn ist, tut das natürlich gut. Unser Team AF Corse hat eine tolle Arbeit geleistet, auch wenn es – da wir nur kaum vor Saisonbeginn testen konnten - etwas gedauert hat, bis wir uns komplett aufeinander eingestellt hatten."

racing1: Was war für Sie der Höhepunkt der Saison?
Müller: "Wir haben sechs Siege geholt, da gab es natürlich einige Höhepunkte. Das Saisonfinale in Zolder war etwas Besonderes, da wird dort mit dem Klassensieg unseren Titel eingefahren haben. Platz zwei in Monza mit 103 Kilo Zusatzgewicht war auch toll, aber ich würde jetzt kein Rennen als den speziellen Höhepunkt herausheben."

racing1: Was war der Tiefpunkt?
Müller: "Die Läufe in Spa und Nogaro, wo wir jeweils mit technischen Problemen in Führung liegend ausgefallen sind. Das 24-Stunden-Rennen in Spa war besonders bitter, da es dort doppelte Punkte gab."

racing1: Wie beurteilen Sie rückblickend die für 2007 eingeführte Verkürzung der Renndistanz auf zwei Stunden?
Müller: "Es hat sich für mich nicht viel geändert, da ich meistens Doppelstints gefahren bin. Aber dennoch sind mir längere Rennen lieber. Durch die vorgeschriebenen Boxenstoppfenster ist die Rennstrategie sehr eingeschränkt. Diese ist in der ALMS beispielsweise viel komplexer."

racing1: Sie sind neben der FIA-GT-Serie auch in Nordamerika gestartet. Wie sieht Ihre ALMS-Bilanz aus?
Müller: "Ja, ich habe bei Petersen Motorsports/White Lightning Racing Tomas Enge ersetzt. Ferrari hat mich gefragt, ob ich auch in den USA starten möchte und da habe ich zugesagt. Ich bin sieben Rennen gefahren. Wir waren immer vorn dabei, haben es aber leider nicht geschafft einen Klassensieg zu holen, da wir oft Pech hatten. Daher bin ich sportlich nicht zufrieden."

racing1: Was sind Ihre Pläne für 2008?
Müller: "Es steht noch nichts fest, aber mein Programm wird wohl ähnlich dem diesjährigen aussehen. Ich werde jedenfalls den GT-Sportwagen treu bleiben." Quelle www.racing1.de

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